Overtime-Overtimekrimi lässt Meistersekt warm werden und Pizza erkalten

wU18 HessenmeisterSG Darmstadt/Roßdorf 1
Frankfurt 2
Marburg 3
...
Wiesbaden 9

Was sich zunächst einmal liest wie die Rangfolge der schönsten und bedeutensten Städte Hessens ist tatsächlich ein Auszug der  Abschlusstabelle der wU18 Oberliga.

Dabei sollte das im Spielplan als letztes terminierte Spiel dieses 12er Wettbewerbs, das Aufeinandertreffen des Tabellenzweiten  Eintracht Frankfurt gegen den Tabellenersten SG Darmstadt/Roßdorf in der Halle der Wöhlerschule tatsächlich auch den Entscheid  um die Hessenmeisterschaft bringen. Die SG Mädchen zierten die komplette Runde die Tabellenspitze und gingen mit nur einem Ausrutscher (beim Tabellendritten Marburg) an den Start.  Frankfurt hatte sich zwei Niederlagen in Gießen und in Darmstadt erlaubt.
Frankfurt musste allerdings, um die SG Darmstadt/Roßdorf noch die Krone zu entreißen, nicht nur gewinnen, sondern auch den direkten Vergleich für sich entscheiden und eine 15 Punkte Differenz aus dem Vorrundenspiel wettmachen.


Danach sah es zunächst einmal nicht aus, Darmstadt kontrollierte, trotz heftiger Gegenwehr der Frankfurterinnen,  souverän die beiden ersten Viertel des Spiels  und konnte mit einem kleinen  Punktevorsprung von 29:36 in die Halbzeitpause gehen. In der 2. Hälfte erhöhte Frankfurt jedoch zusehends  den Druck auf den Darmstädter Spielaufbau und erreichte mit starker Defense, dass  die Darmstädterinnen immer mehr  Nerven zeigten.  Es waren dann doch häufig  Einzelaktionen, die SG Darmstadt/Roßdorf im Spiel hielten. Die Führung wechselte jetzt hin und her, Eintracht beeindruckte nunmehr auch in der Offense, besonders durch eine Serie an Treffern aus der Distanz.
Das Spiel der SG Darmstadt/Roßdorf wirkte nunmehr etwas verhalten und   statisch, Distanzwürfe fanden nur selten das Ziel, die Mädchen konnten  sich aber mit sicher verwandelten Freiwürfen im Spiel halten und noch war nicht an eine (hohe) Niederlage zu denken.
Aber Frankfurt schaffte es, in der letzten Minute der regulären Spielzeit mit 2 Punkten in Führung zu liegen,  SG Darmstadt/Roßdorf glich jedoch Sekunden vor Ablauf der Spieluhr zum 61:61 aus.
Jetzt  bemühte sich Frankfurt nicht mehr um einen Treffer, sondern ließ die Uhr runterlaufen, die Overtime sollte die Entscheidung bringen.
Jetzt gelang es  Frankfurt,   mit  deutlicherem Abstand  in Führung zu gehen und kam dem  Sieg immer näher, doch die SG Darmstadt/Roßdorf lag dann doch mit 3 Punkten in den letzten Sekunden vorne.  Aber mit der letzten Aktion versenkte Frankfurt einen Distanzwurf und zwang Darmstadt mit 72:72 abermals in eine  Verlängerung.
Jetzt lagen Nerven blank.  Frankfurt verliert Trainer und Topspielerin wegen undiszipliniertem  Benehmen auf bzw. neben dem Feld. Trotzdem gelang es Frankfurt noch mit klugem Insidespiel,  das Spiel letztlich mit 85:78 für sich zu entscheiden. Ein kleiner Trost für den undankbaren zweiten Platz. Denn der Meistertitel  geht nach an die SG Darmstadt/Roßdorf.
Mit knapp 1590 Punkten in 20 Partien bei 920 Gegentreffern schaffen die SG Darmstadt/Roßdorf das beste  Gesamtergebnis.
Glückwunsch geht  an den Vizemeister Frankfurt, der sich mit insgesamt nur 779 Gegentreffern  als  stärkstes Defenseteam der Liga erwies.
Ein besonderer Dank geht an die  Verantwortlichen des BC Darmstadt und an die Betreuer, ohne die diese Hessenmeisterschaft unserer Mädchen nicht realisierbar gewesen wäre.

Bleibt nur noch anzumerken, dass die zweifache Spielzeitverlängerung
für den Schreiber dieser Zeilen, mit Kleinkind ausgestattet,   die bedauerliche Folge hatte, dass er auf die Teilnahme am nunmehr spätabendlich anberaumten  Pizzaempfang der Meistermädchen in der Nähe des Darmstädter Rathauses  aus zeitlichen Gründen verzichten musste und er als Entschuldigung diesen Bericht anzufertigen hatte.

hintere Reihe v.l.n.r: Sara Bravic, Lea Hardt, Alice Bradlaw, Majbritt Klumpp, Holly Wefing, Trainer Harald Roth
vordere Reihe v.l.n.r: Anna Balassa, Tosca Titschack, Paula Altner, Sandrine Hafner, Rebecca Wirth

Es fehlen: Anna Diwo, Khadija Dieng, Benina Prokop, Co-Trainer Sebastian Schmidt

(Michael Hafner)

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