Fünf Fragen an Tobias Hofer

TobiBasketballHallo Tobi! Nach einer etwas längeren Weihnachtpause hast du dir Zeit für unsere „Fünf Fragen“ genommen, vielen Dank dafür! Wie bei jedem Interviewpartner bisher wollen wir auch von dir wissen, wie geht es dir? Was machst du in dieser basketballfreien Zeit, um deinen Tag zu füllen und wie beeinflusst dich ganz speziell das Thema Corona?

Ich glaube genau diese Frage hat mich die letzten Wochen sehr beschäftigt, eigentlich geht es mir sehr gut aber (irgendwo gibt es doch immer ein aber) durch das Thema Corona wird man doch in sehr vielen Themen sehr eingeschränkt, dazu gehören die Arbeit, die Zeit mit den Freunde und ich glaube, dass was mir am meisten fehlt ist der Reguläre Sport.
Da ich im Bereich Sport als Hauptamtlicher Trainer tätig bin und gleichzeitig noch einen Lehrauftrag an der Technischen Universität in Darmstadt habe, kann ich leider nur bedingt meinen Job nachgehen. Ich verbringe sehr viel Zeit zuhause, was eigentlich sehr untypisch für mich in den letzten Jahren war. Das bin ich gar nicht gewöhnt am Anfang war es noch sehr schön mal Zeit für sich und andere Themen zu haben, aber mittlerweile freue ich mich, wenn es wieder richtig los gehen kann.
Die viele Zeit zuhause verbringe ich momentan mit sehr vielen Kraft Homeworkouts (man möchte ja schließlich fit sein, wenn es wieder los geht), Serien schauen, Zeit mit der Familie verbringen soweit es geht und meine Wohnung renovieren. Ich glaube gerade bei den letzten Punkten, bin ich aufgrund meines Jobs nie so richtig dazu gekommen, weil mir einfach die Zeit dafür gefehlt hat.
Jetzt wäre nur die Frage was fehlt einem am meisten?! Und da muss ich sagen, dass ist der Basketball, gerade jetzt in der Zeit in der eigentlich die Saison im Vollen Gange ist! Mir fehlt das Teamtraining, die Heimspiel (natürlich mit den Fans) und die Auswärtsfahrt (bei den man sehr viel über seine Mitspieler in den Gesprächen noch erfährt, die man sonst gar nicht so mitbekommt).

Du bist Sportstudent an der TU Darmstadt, doch eigentlich auch schon fest am Arbeiten – du bist ja hauptamtlich im Sport tätig, kannst du uns darüber etwas erzählen? Ist es tatsächlich der Traum eines jeden Sportlers auch damit Geld zu verdienen und wie können wir uns einen Arbeitstag bei dir ohne Corona vorstellen?

Puh, dieser Frage ist eine schwierige Frage, ich glaube jeder den Sport so liebt wie ich, möchte gern auch sein Geld mit dem Sport verdienen. Ich möchte jetzt keinen Verschrecken, eher im Gegenteil ich hoffe, dass trotz den Punkten die ich jetzt nennen werde, viel versuchen werden diese Weg zu gehen.
Gerade am Anfang ist das Thema im Sport sein Geld zu verdienen wirklich nicht so einfach, man opfert sehr sehr viel Zeit, die viel Freizeit kostet. Ich habe leider sehr viel Geburtstage, Familienfeiern, Zeit mit den Geschwistern oder auch Zeit mit Freunden für diesen Traum verpasst. Ich bin aber sehr froh, dass gerade meine Familie mich, dahin sehr unterstützt hat und auch sehr viel Verständnis für diese Dinge aufzeigt. Nichtsdestotrotz bin ich sehr froh diesen Weg eingeschlagen zu haben. Ich war schon immer die Person, die sehr gern in der Praxis mit Menschen arbeitet und genau das ist mir mit meiner Hauptamtlichen Basketballtrainerstelle und meinem Lehrauftrag an der Universität gelungen.

Wie kann man sich ein Arbeitstag bei mir vorstellen:
Ich stehe meist ein bisschen später auf, das heißt so zwischen 9-10 Uhr, dann nehme ich mir Zeit für meine eigene Fitness also gehts erstmal ab ins Fitness Studio. Meist fange ich schon mentale dort an zu Arbeiten und mache mir viele Gedanken, wie man manche Sachen noch besser umsetzen könnte. Danach gibt es erstmal einen Kaffee und was zu essen, so dass man genug Kraft für den ganzen Tag hat. Jetzt gehts aber erst richtig los mit meinem Arbeitstag, erstmal setze ich mich an den Schreibtisch, mache meine Wochentrainingspläne, bereite meine Seminare vor und erledige meine Telefonate mit dem Verein oder der Universität. Nach dem ich das ganze hinter mir hab, wird die Tasche gepackt und es geht ab in die Halle, entweder zu meinen Seminare an der Universität oder das Jugendtraining, das im Verein ansteht. Meist verlasse ich dann die Halle so gegen 22 Uhr, dann gibt es etwas zu essen und die Füße werden hochgelegt und man bereitet sich mental auf den nächsten Tag vor.

Du hast in der Saison 2018/2019 bereits für die Torros in den 1.Herren gespielt, hast dich dann aber dafür entschieden die Saison 2019/2020 beim TV Babenhausen zu spielen. In dieser Saison bist du dann wieder zurückgekehrt, um mit der jungen Truppe zu spielen. Was hat dich bewogen den Schritt wieder zurück zu machen und was kaum einer weiß, das ist ja bereits der dritte Einsatz für dich in Roßdorf – kannst du uns vielleicht auch etwas über den ersten Einsatz erzählen? Sind von deinen damaligen Mitspielern noch jemand aktiv?

Ich habe mich nicht bereit gefühlt als einer der Ältesten mit so einer jungen Truppe in Roßdorf in die Saison 2019/20 zu gehen, das ist auch sehr viel Verantwortung die auf einen Zukommt. Deswegen hatte ich mich entschieden nach Babenhausen für eine Saison zu wechseln, um weitere Erfahrungen zu Sammeln. Jeder der mich kennt weiß, dass ich als Spieler schon in vielen Vereinen gespielt habe und ich muss sagen, ich habe sehr viel aus jeder Station als Spieler für mich selbst mitnehmen können. Ich bin aber sehr froh, dass mir die Chance geboten, wurde wieder nach Roßdorf zurück zu kommen. Ich habe mich in Roßdorf immer am wohlsten gefühlt und dies hat mir die Entscheidung sehr einfach gemacht. Das liegt einerseits an meinen Mitspielern, am Umfeld (dazu habe ich eine schöne Story) und auch an den Zuschauern, die in Roßdorf dem Ganzen einen besonderen Flair geben.
Ich habe das Umfeld in Roßdorf angesprochen, das mir besonders gut gefällt und mir dazu sofort eine Geschichte einfallen würde. Nach dem ich mit unserem Trainer ein sehr gutes Gespräch über die Rückkehr nach Roßdorf hatte, kam ich zum ersten Training in die Günther Kreisel Halle. Vor unserem Training hatte der Nachwuchs der Torros unter der Leitung von Mathias Schirrmacher gerade Training, kaum hatte ich ein Fuß in die Halle gesetzt. Hatte mich Mathias schon entdeckt, kam auf mich zu und meinte sowas ähnliches wie: „Ach wie großartig, du bist wieder zurück, das freut mich mega“ mit einem Riesen Grinsen im Gesicht. Ich glaube genau diese Worte beschreiben das offene und schöne Umfeld in Roßdorf. Gerade wenn man nicht in Roßdorf groß geworden ist und die Basketball Grundausbildung nicht in Roßdorf genießen dufte, ist dies nochmal viel mehr Wert für einen persönlich. Für mich hat dies schon am Anfang die Bestätigung gebracht, dass es die Richtige Entscheidung war nach Roßdorf zurück zu kehren. Da muss ich mich auch bei jedem bedanken der mir die Rückkehr so angenehm wie möglich gemacht hat, da geht auch ein sehr großes Dankeschön an den Coach David Heinrich.
Ich glaube es wissen wirklich nicht viele, dass dies schon meine 3. Spielzeit in Roßdorf ist, deswegen musste ich erstmal bei dieser Frage ein bisschen schmunzeln und Lachen. Damals war ich gerade 17 Jahre alt, hatte noch nicht viel Basketballerfahrung gesammelt und hatte mich entschieden bei den 3. Herren in Roßdorf zu spielen. Ich hatte damals das Glück mit unserm jetzigen stellvertretenden Abteilungsleiter Louis Schumann zu spielen, genauso wie mit David Heinrich. Die Frage, die ich mir nur damals stellte, ist: „wer ist David Heinrich?“. Ich glaube hier müssen wir auch wieder ein bisschen ausholen. David erzählt mir heute immer noch dieselbe Geschichte, wenn es um die Zeit von damals ging. Es war mein erster Dunking im Spiel als Basketballer und ich glaube als junger Spieler denkt man dann auch man ist der Tollste, wenn man das hinbekommt, kaum wurde ich ausgewechselt, meinte nur David zu mir: „Tobi geiles Ding aber das nächste Mal bitte ohne Schrittfehler!“. Das hat mich wohl persönlich angegriffen und ich war sauer auf ihn. Das hat sich glaube ich auch ein bisschen hingezogen, bis ich wieder besser auf ihn zu sprechen war. Was ich aber nicht wusste war, dass er schon damals Trainer der 1. Herren war und wohl ein bisschen mehr Ahnung von solchen Sachen hatte. 9 Jahre später wird aus einem Mitspieler auf den man ein bisschen sauer war, dein Trainer in den 1. Herren, so dass es ja einen schönen Verlauf genommen. Ich hoffe das David mir das auch verziehen hat.

Wie würdest du dich als Spieler beschreiben? Wie ist deine Rolle und wie hilfst du dem Team, in dem du mit 26 Jahren der zweitälteste bist? Hast du dir den Saisonstart mit drei Siegen aus drei Spielen so vorgestellt, wie wurdest du als bekannter Neuzugang empfangen und was wirst du als erstes tun, wenn der Coach wieder zum Training einberuft?

Ich möchte gern vorab zu meinen Mitspielern und auch zum Trainer etwas loswerden, bevor ich hier über mich als Spieler rede. Es ist nicht immer selbstverständlich das einem die Rückkehr so angenehm wie nur irgendwie möglich bereitet wird, obwohl man sich das Jahr davor entschieden hat, nicht mit ihnen den gleiche Weg zu gehen. Und ich glaube genau das macht diese tolle und junge Mannschaft auch aus, wenn man nach einem Jahr wieder so mit offenen Armen empfangen wurde. Die Jungs haben in dieser Zeit eine wahnsinnige Entwicklung gemacht und da muss man auch vor dem Trainer den Hut ziehen, der es geschafft hat, mit einer so jungen Truppe eine solche Entwicklung hinzulegen, ist nicht gerade selbstverständlich.
Wie würde ich mich selbst als Spieler beschreiben?! Das ist immer eine sehr schwierige Frage, wenn man diese Frage selbst beantworten soll. Vielleicht kann ja auch der Trainer einfach dazu was sagen, ich werde es einfach mal versuchen.
In meiner Vergangenheit war es eigentlich immer so, dass meine athletische Art als Spieler immer meine Stärke war. Wenn man sich aber die ersten 3 Spiele anschaut, könnte man eher darauf kommen, dass ich gerne 3-Punkt-Würfe nehme. Ich glaube aber, dass was mich am meisten auszeichnet, ist meine kommunikative und organisierende Art auf dem Feld. Meiner Meinung nach ist das gerade in dieser Jungen Truppe sehr wichtig und hilft dem Team sehr weiter. Wenn man auf die Positionen schaut auf den ich mich bewege, ist es auch sehr flexibel was meine Spielweise angeht, ich bin als Flügelspieler nach Roßdorf gekommen aber bringe gerade sehr häufig auch mal den Ball als Aufbauspieler nach vorne. Als Person bin ich wie der freundliche Nachbar von neben an, ich höre immer gern zu und helfe jedem der gerne Hilfe in Anspruch nehmen will.
Es ist hart dass ihr mein Alter ansprecht weil ich nie gedacht habe das ich mit 26 Jahren schon zu den Ältesten gehöre, aber hey man muss auch mit dieser Rolle zurechtkommen und es ist genau das was mir den Ehrgeiz bringt wenn wir wieder in die Halle dürfen, den Jungen zu zeigen dass 26 nur eine Zahl ist und ich ihnen das Basketballfeld nicht so einfach überlassen werde.
3 Siege aus 3 Spielen kann man nur sagen eine echt gute Mannschaftsleistung und das spricht für die gute Entwicklung im Team obwohl ich fest davon überzeugt bin, dass wir noch sehr viel unter unseren Möglichkeiten spielen.

Zum Abschluss die Frage, die wir allen stellen: Wenn dich ein Jugendspieler jetzt fragen würde, was er tun muss, um auch mal Nachwuchsbundesliga oder 1.Herren bei den Torros zu spielen, was würdest du ihm sagen?

Viele sagen Talent ist nicht alles und das würde ich sofort unterschreiben. Ich habe in meinen Jahren als Basketballer so viele tolle Sportler gesehen, die definitiv die Chance hatten sehr hoch zu spielen aber ihnen einfach der Biss gefehlt hat. Basketball erlernen ist nicht nur die 4 Stunden Training und 2 Stunden Spiel in der Woche, sondern auch in der Freizeit sehr viel zu üben und versuchen immer neue Sachen zu erlernen. Fleiß wird immer belohnt also gebt euer Bestes und ihr werdet belohnt.

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