Fünf Fragen an Bican Gül

BicanBasketballWebHallo Bican, knapp sechs Wochen ist jetzt schon basketballfreie Zeit. Besonderes Pech für dich, da du dich im September verletzt aus dem Sportbetrieb abmelden musstest und beim Sieg gegen den TV Lich 2 endlich wieder auf das Spielfeld zurückkehren durftest. Wie war damals das Gefühl wieder auf dem Feld zu stehen, es fanden ja auch keine Testspiele statt und somit hattest du seit März 2020 kein Spiel mehr gemacht?

Da ich, obwohl ich einer der älteren in der Mannschaft bin, immer noch zu denjenigen mit der geringsten Spielerfahrung/-praxis gehöre ist jedes Spiel für mich wichtig. Vor allem da ich noch jung bin vom eigentlichen Alter und so noch viel lernen kann. Daher war es ein kleiner Schlag ins Gesicht als es zu beginn der Saison hieß, „zwei Wochen lang kein Kontaktsport“. Im dritten Spiel war dann das erste Gefühl, „Oh man, zwei Wochen Teamtraining ist durch KSÜ und Joggen nicht aufzuwiegen“, ich merkte das ich weitere ein bis zwei Wochen brauchen würde meinen Rithmus zu finden. Im Spiel selbst merkte ich allerdings das wir als Mannschaft einige Fehler die wir im letzten Jahr gemacht hätten abgestellt hatten. Es kam mir so vor als würden die Erfahrungen des letzten Jahres, der einzelnen Spieler, sich jetzt doch auf dem Feld sichtbar machen. Jedoch gab es auch genug Situationen in welchen man wieder sah das wir noch lange nicht unser Potential voll ausgeschöpft haben.

Neben dem Basketball in der Hand fühlst du dich auch mit Tastatur und Maus hinter dem Monitor sehr wohl. In welchem Studium bist du unterwegs, welchen Weg verfolgst du hier und was sind deine Ziele neben dem Basketball?

Stimmt ich studiere zz. Informatik an der Hochschule Darmstadt. Meinen Bachelor werde ich voraussichtlich nächstes Jahr ende August abschließen. Der Plan ist dann erst einmal arbeiten zu gehen, nach ein bis zwei Jahren dann aber meinen Master als Duales-Studium zu machen. Im Anschluss werde ich dann wieder für eine Firma arbeiten oder, wenn mir bis dahin die nächste Milliarden-Idee einfällt, etwas eigenständiges aufbauen. Dass alles immer mit Basketball als konstante Nebentätigkeit. Alleine schon wegen meiner Gesundheit ist mir Sport sehr wichtig.

Was kaum einer weiß, du kamst erst recht spät zum Basketball und spielst mit einem gesundheitlichen Handicap. Du giltst damit als Risikopatient in der aktuellen Zeit. Dieses Handicap bremst dich sogar manchmal, sorgt aber wortwörtlich für dein Überleben – kannst du uns darüber mehr sagen?

Es stimmt ich bin sehr spät zum Basketball dazu gestoßen und ja ich habe ein gesundheitliches Handicap, weswegen eben Sport für meine Gesundheit umso wichtiger ist. Mein gesamter medizinischer Befund geht über eine halbe Seite, diesen kann auch nicht vollständig erklären. Daher werde ich mich auf die hier relevanten Dinge beschränken. Geboren wurde ich mit einem „Double Outlet Right Ventricle“ auf deutsch „Rechter Doppelausstromventrikel“. Dies bedeutet meine beiden großen Arterien am Herzen entspringen ausschließlich aus dem rechten Ventrikel. Dadurch kommt es zur Mischung von sauerstoffreichem und sauerstoffarmen Blut. Dies wurde dann mit einer Korrektur-OP behoben, bei der natürlich etwas schiefging. Bei Babys ist dies leider üblich (ich erinnere mich an eine Wahrscheinlichkeit von 50/50) da alles noch sehr klein ist und nah bei einander liegt. Das Resultat war ein AV-Block-3.Grades, oder „vereinfacht“ gesagt mein Erregungsleitungssystem (besteht nicht aus Nerven sondern spezialisierten Herzmuskelzellen) welches die Koordination meines Herzrhythmuses übernimmt wurde dabei durchtrennt. Im Anschluss war klar ich brauche auf jeden Fall für immer einen Herzschrittmacher. Gleichzeitig ist eine leichte Undichtigkeit einer Herzklappe ein Resultat der Korrektur-OP. Aber leider sind wir hier nicht am Ende. Da nach den ganzen OP‘s ein geschwächtes Immunsystem vor zu finden war kam es wie es kommen musste, ich erkrankte an einem Virus welcher das Herz angreift. Dieses Virus hatte eine Vergrößerung meines Herzens zur folge und damit eine zusätzliche dauerhafte Einschränkung. Zusammengefasst habe ich also einen Herzfehler, Klappenundichtigkeit, Herzschrittmacher und ein vergrößertes Herz aber Sport ist ok.

Du bist im Team als ein „Mann der klaren Worte“ bekannt. In deinen eigenen Worten: Wie siehst du die aktuelle Entwicklung bei den Torros? Nicht nur bei den Herren1, sondern in der gesamten Abteilung? Würdest du etwas ändern, wenn du die Möglichkeit hättest?

Also bei den H1 sehe ich wie schon gesagt eine positive Entwicklung. Da müssen wir einfach weiter Erfahrung sammeln und diese dann aber auch ins Spiel einbringen. Wir müssen alle weiter individuell an uns arbeiten um besser zu werden damit am Ende das Team besser wird. Das spielerische Können verbessern ist in Zeiten von Corona, auf unserem bescheidenen Niveau, nun mal nur eingeschränkt möglich. Trotzdem können wir aber mit den Fitnessplänen unserer Coachs und Eigeninitiative an unserem körperlichen können arbeiten. In Bezug auf die Abteilung denke ich das wir mit den ganzen Camps und den Schulangeboten einen guten Grundstein haben für eine stabile Jugendarbeit und damit Nachwuchs für unsere Mannschaften. Hierbei ein Dank an alle die bei den Camps und Schulangeboten die Organisation, Vermarktung und schlussendlich die Betreuung/Durchführung übernehmen. Ein paar Sachen wären allerdings tatsächlich verbesserungswürdig. Wenn wir schon eine hohe Arbeitslast auf einige wenige in unseren Reihen verteilen, sollten wir bitte auch nur konstruktive Kritik üben. Gleichzeitig sollten wir als Vereinsmitglieder bei anstehender Arbeit Eigeninitiative zeigen um die Lasten zu verteilen. Wenn wir ein bestimmtes Problem im Verein haben, sollten wir auf jeden Fall erst alle direkt vom Problem beteiligten Gruppen/Personen anhören bevor wir eine Entscheidung treffen. An dieser Stelle auch wieder ein Dank an alle die die diese Dinge sowieso schon praktizieren. Ich denke das diese Verbesserungen/Änderungen viel zu einem langfristigen Erhalt unseres Vereins beitragen können.

Wenn dich ein Jugendspieler jetzt fragen würde, was er tun muss, um auch mal Nachwuchsbundesliga oder 1.Herren bei den Torros zu spielen, was würdest du ihm sagen?

Über die Nachwuchsbundesliga kann ich keine Aussage treffen da ich nie NBBL gespielt habe. Allerdings kann ich zum Thema H1 folgendes sagen:
Geh IMMER ins Training, wenn möglich arbeite nebenher selbstständig an deiner Athletik oder deinen Schwächen (einmal die Woche zusätzlich ist schon ein Gewinn) und nimm jedes bisschen Erfahrung mit das du kriegen kannst. Wenn du all diese dinge einhalten kannst wirst du dir am ende deiner Jugendkarriere die best mögliche Chance geschaffen haben um auch tatsächlich bei den H1 spielen zu können. Wenn du sogar nicht schon in der Jugend als Nachwuchsspieler mit in den H1-Kader aufgenommen wirst.

Submit to DeliciousSubmit to DiggSubmit to FacebookSubmit to Google BookmarksSubmit to StumbleuponSubmit to TechnoratiSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

rossdorf-torros.de

Hol dir die TorroApp!

app qr

apple app store

android app store

windows app store

Go to top

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.