Fünf Fragen an Manuel Kunder

ManuelBasketballHallo Manuel, knapp 14 Monate ist es her als wir das letzte Mal sprachen. Damals stellten wir dich einleitend unter anderem mit „27 Jahre alt und schon die ganze Torros-Welt auf den Schultern“ vor. Ist es für dich noch so? Warst du bei deiner Rückkehr aufs Spielfeld im Januar wieder so gefordert wie die Jahre zuvor oder gab es eine Entwicklung bei deinen Mitspielern und dem Team als Ganzes?

Ich habe eine große Entwicklung bei den Mitspielern und dem Team gesehen. Das habe ich vor allem bei meiner Rückkehr gemerkt. Zuvor hatte ich immer den Eindruck, als würde das ganze Spiel mit meinen Entscheidungen zusammenhängen. Mittlerweile ist es so, dass man gerne gewisse Entscheidungen abgeben und den Mitspielern viel mehr vertrauen entgegen bringen kann. Natürlich werden hierbei noch oftmals Fehler gemacht oder zu schnelle Entscheidungen getroffen. Fehler gehören allerdings dazu und sollten/müssen auch gemacht werden, um sich weiter zu entwickeln und besser zu werden. Wichtig ist, dass man darüber reden kann und eine Entwicklung sieht. Diese sieht man bei unserem Team eindeutig. Daraus resultiert eine große Freude, denn man merkt, dass jeder einzelne Spieler aus dem Team an sich arbeitet, besser werden will und auch besser geworden ist.

Du konntest drei Spiele machen, dann kam der erste Lockdown. In der nun begonnen Saison waren es ebenfalls drei Spiele und jetzt haben wir den zweiten Lockdown. Mit nun sechs Spielen im Jahr 2020, wie ist das für dich mit so wenig Spielen und deinem „liebsten Spiel“? Lernt man die Jahre zuvor, in denen man teilweise zwei oder drei Spiele an einem Wochenende gemacht hat anders schätzen?

Auf jeden Fall. Ab einen gewissen Punkt nimmt man es für selbstverständlich, dass man in die Halle geht, die Schuhe anzieht und mit seinen Teamkollegen loslegen kann. Das ist mit Corona leider nicht mehr der Fall und somit fällt auch ein großer Ausgleich im Leben weg. Man nimmt die Zeit, die wir in den vergangenen Wochen (vor dem zweiten Lockdown) hatten, viel Intensiver wahr und schätzt diese umso mehr. Das hat man ebenfalls auf dem Feld gemerkt. Das einzig schöne an der Pandemie-geschichte ist, dass man sich noch mehr auf die Halle, die Teamkollegen, die Spiele und die Zuschauer freuen kann.

Lockdown bedeutet Verzicht für jeden. Dinge, die für uns normal waren, sind jetzt nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr erlebbar. Inwiefern sind dein Leben und dein Beruf betroffen?

Da ich im Einzelhandel tätig bin, belastet mich die derzeitige Situation mehr als jemals zuvor. Die Arbeitszeiten werden länger, die Aufgaben werden immer größer und der schönste Ausgleich im Leben fällt weg. Wenn man es von diesen Standpunkten aus betrachtet, ist die Entwicklung seit Februar recht bescheiden. Treffen mit Freunden ist nicht mehr möglich und der Weg in die Halle wird uns ebenfalls verwehrt. Somit wird das "nichts tun" ebenfalls zur Belastung. Ich hoffe einfach, dass die Situation bald unter Kontrolle gebracht werden kann und alles seinen "normalen" Weg geht.

Wir fragten dich das letzte Mal nach deinem Wunsch an die Zuschauer – gab es den Support für die jungen Spieler, wie von dir gewünscht? Was ist für dich das Besondere in Roßdorf vor einer gut gefüllten Tribüne zu spielen?

Ich war positiv über die Reaktionen bzgl. der jungen Spieler überrascht. Natürlich wurde das ganze kritisch betrachtet und hatte zunächst nicht den gewünschten Erfolg (zumindest, wenn man es von außen betrachtet). Wenn man allerdings die Entwicklung von der letzten Saison zu der jetzigen miterlebt hat, kann man sich absolut sicher sein, dass da etwas richtig gutes entstanden ist und noch besseres folgen wird. Daher nochmal einen großen Dank an die Zuschauer, die den Jungs eine Chance gegeben haben und den "steinigen" Weg mit uns gegangen sind. Der größte Lohn ist und war es immer, vor gut gefüllten Tribünen zu spielen. Genau das sollten sich die Jungen vor Augen halten. Die Zuschauer kommen für "UNS", um die 1.Herren Roßdorf zu sehen und zu unterstützen!

Wenn dich ein Jugendspieler jetzt fragen würde, was er tun muss, um auch mal Nachwuchsbundesliga oder 1.Herren bei den Torros zu spielen, was würdest du ihm sagen?

Das wichtigste ist, niemals den Spaß am Spiel zu verlieren. Wenn man mit Freude an der ganzen Sache bleibt, bereit ist über den Tellerrand hinaus zu schauen und die erforderliche Unterstützung von seinen Teamkollegen bekommt, kommt der Rest von selbst. Die Drills fallen einem leichter, man holt mehr aus sich raus und hat sogar freude daran, in die Halle zu gehen und sich mit seinen Teamkollegen zu quälen. Man sollte sich vor allem nicht verstecken. Habt spaß daran gegen bessere zu spielen. Habt spaß daran gegen größere und schnellere zu spielen. Auch wenn man Fehler macht oder verliert. Das ist alles halb so wild, solange man daraus was gelernt hat und es beim nächsten mal besser machen kann- vielleicht besiegt ihr sogar beim nächsten Mal den besseren, schnelleren und größeren. :) 

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