Fünf Fragen an Tim Kreisel

Kreisel Tim22 Jahre alt, Co-Captain und schon einer der alten Hasen bei den 1.Herren. Wir unterhalten uns mit Tim darüber, wie er zum Basketball kam, wie sein Weg bei den Torros bis heute verlief und was er noch neben dem Basketball macht.

Hey Tim, seit zwei Wochen ruht der Sport wieder in der Halle. Im März wurde die Saison abgebrochen und ihr durftet knapp drei Monate nicht trainieren. Wie geht es dir unter diesen Umständen? Wie bist du in den letzten Monaten mit allen Unterbrechungen und Hygienekonzepten klargekommen?

Hi! Natürlich ist es schade für alle, die den Sport lieben, davon Abstand zu nehmen. Aber wir müssen hier das Beste daraus machen. Für mich heißt es hier im Klartext, den Trainingsplan in dieser Phase so konsequent durchzuziehen und sich konsequent fit zu halten (wie bereits im Frühjahr). In dieser Phase habe ich mich durch Workouts zu Hause und durch Joggen fit gehalten, das ist jetzt in dieser Phase nicht anders. Nun ist das eine andere Belastung als die „normalen“ Trainingseinheiten, was man mir auch ansieht (unter dem Motto vom Sixspeck zum Sixpack). 

In der Zwischenzeit hatte ich mit der Umsetzung der Hygienekonzepte keine Probleme. Es hat alles seinen Sinn und Zweck und jeder muss in dieser Pandemie seinen Beitrag dazu leisten, die Verbreitung so gering wie möglich zu halten. Dann muss man natürlich auch selber Einschränkungen in Kauf nehmen. Umso mehr freue ich mich darauf wieder mit meinen Kumpels einem Ball hinterher zu jagen :D.

Die abgebrochene Saison 2019/2020 endete für die Torros auf einem Nichtabstiegsplatz. Nach einer langen Durststrecke am Anfang der Saison konnte man in der Rückrunde die nötigen Siege einfahren. Jetzt sind die Torros mit drei Siegen aus drei Spielen in der neuen Saison in einer deutlichen schöneren Situation. Wie würdest du die Entwicklung des Teams in den letzten 18 Monaten und auch ganz speziell deine Entwicklung beschreiben?

Das wir diese Saison so stark gestartet sind, zeigt, wie viel wir aus der letzten Saison mitgenommen haben. Manuel war die letzte Saison verletzt und aufgrund dieser auch nicht in Form und daher kann er schon als Neuzugang im Vergleich zur letzten Saison gelten. Zudem haben wir in Tobi einen erfahrenen Spieler (wieder) neu dazu bekommen. Jugendspieler wie Marvin, Lukas und Moritz werden mit der wachsenden Erfahrung zu immer größeren Stützen des Teams. (Ehemalige) Rollenspieler wie Simon oder Bican spielen sich immer besser ein, lernen ihre Stärken und Schwächen dank der vielen Spielzeit von Spiel zu Spiel besser kennen. Und Felix hat in den letzten Jahren schon immer sein Spiel weiter verbessert, tritt aber vor allem seit letztem Jahr in eine (ihm bis dahin unbekannte) Führungsrolle. Allein die ersten drei Spiele zeigen, wie groß seine Fortschritte in dieser Richtung sind und noch sein werden. Persönlich habe ich noch Probleme in die Rolle als „alter Hase“ oder Führungsspieler hineinzuwachsen (was mein Ziel ist), da ich vom Typ her ruhiger bin und daher eine passivere Rolle auf dem Spielfeld einnehme. Das zu beheben wird in dieser Saison mein Vorsatz bleiben, sobald Spiele wieder statt finden können...

Du gehörst trotz deiner jungen Jahre schon mit zu den alten Hasen des Teams, bist Führungsspieler auf und neben dem Feld,...

Danke, da ist aber noch Luft nach oben... ;D

...außerdem als Schiedsrichter für die Abteilung unterwegs und neuerdings auch als Coach in den Camps unterwegs. Kannst du uns sagen was Basketball in deinem Leben bedeutet und wie dein Werdegang über die Jahre war? Wann kamst du zu den Torros und über welche Stationen hast du durchlaufen bis heute?

Ich werde hier in Plural reden, da alles auch für meinen Bruder Felix gilt... angefangen hat alles bei uns direkt von Beginn an. Uns wurden die sportlichen Gene quasi in die Wiege gelegt. Unser Vater hat in unserer Grundschulzeit in Roßdorf wieder angefangen Basketball zu spielen, damals bei den 4. Herren in der Kreisliga. Zu diesen Spielen sind wir auch manchmal mitgefahren und haben uns in der Halle pudelwohl gefühlt. Doof war nur, dass wir während das Spiel lief aufhören mussten, selber auf einen Nebenkorb zu schmeißen :D. Weil uns das so viel Spaß gemacht hatte, waren wir in der Grundschule in der Basketball AG bei Ulla und haben so erste Erfahrungen mit dem absolut schönsten Sport der Welt gemacht. Letztendlich hat bei uns in dieser Zeit aber vorerst die Leichtathletik dominiert, mit der wir bis zur Mittelstufe mit u.a. Simon und Paul unterwegs waren.

In der 6. Klasse haben wir uns dann wieder in eine Basketball-AG, damals bei Frau und Herrn Huck, eingeschrieben. Danach war es um uns geschehen, mit 12 Jahren nach kurzem Zwischenstopp bei Perle Manu sind wir zu Louis und Domi zu der u14 ins Team gekommen, wo auch Simon und Paul im Team waren. In den nächsten Jahren haben wir dann entweder in zwei, teilweise in drei Teams mitgespielt und -trainiert (über mehrere Altersstufen hinweg). Nächste Station war dann die u16-Oberliga bei Semin, der bei uns den Grundstein für unseren Mindset bei Trainings und Spielen gelegt hat. Mit 15 haben wir begonnen, bei den 3. Herren mitzutrainieren, da wir auch den Trainer (Louis) sehr gut kannten. Mit 16 haben wir dann parallel bei der u18 und bei den 3. Herren gespielt, bei den 2. Herren hat uns David ins Training eingeladen. Im nächsten Jahr hatten wir uns bei den 2. Herren fest gespielt und haben dann angefangen, bei den ersten Herren mitzutrainieren. Die härtere und generell schnellere Spielart hat uns von Anfang an angespornt, hart an unseren Fähigkeiten zu arbeiten.
Nachdem wir unser letztes Turnier mit der u18 bei den Südwestdeutschen Meisterschaften als 2. Platz beendet hatten, wurden wir von Kronberg eingeladen ein Jahr lang Nachwuchsbundesliga zu spielen. Die kommende Saison war ein sehr hektisches Jahr, in drei Teams (H1 und H2 in Roßdorf noch zusätzlich) zu spielen war sehr anstrengend, hat uns aber definitiv viel geholfen und war die Erfahrung auf jeden Fall wert.

In der nächsten Saison (wir sind inzwischen 19) durften wir unserem letzten Jugendjahr als Basketballer noch den Gewinn des Bezirkspokals mit den 2. Herren feiern. Danach waren wir fest bei den ersten Herren gemeldet (mehrere Teams gingen jetzt nicht mehr) und geben jetzt für diese alles...

Wenn du nicht in der Halle bist oder aktuell Videokonferenzen wegen Basketball hast, was machst du dann? Wo bist du beruflich unterwegs? Kannst du uns da einen Einblick geben?Kreisel Tim 2

Nach meinem Abitur wollte ich mit einem zarten Alter von 17 Jahren (verdammt ist das lang her), noch nicht studieren gehen und wollte daher lieber eine Ausbildung anfangen. Einen Job zu finden, der mir gefällt und auch gute Weiterbildungsmöglichkeiten bietet, war nicht so einfach. Meine Mutter hatte dann per Zufall eine Anzeige einer Steuerberatungskanzlei im Echo gefunden, die nach einem Auszubildenden gesucht haben. Die Stellenbeschreibung hat mir so gut zugesagt, dass ich mich daraufhin bei der Kanzlei in Mühltal beworben habe. Tatsächlich wurde ich freudig angenommen. Und was soll ich sagen, ich bin immer noch da...

Die Ausbildung habe ich inzwischen abgeschlossen, arbeite seit knapp 18 Monaten fest in der Kanzlei, will mir aber jetzt das Ziel eines Studiums verwirklichen, wofür ich im Februar nach Worms ziehen werde.Wenn ich nicht auf der Arbeit bin oder in der Halle stehe, spiele ich Playstation oder verbringe (natürlich viel lieber ;D) Zeit mit meiner Freundin Jana und meinem Golden-Retriever Finn.

Wenn dich ein Jugendspieler jetzt fragen würde, was er tun muss, um auch mal Nachwuchsbundesliga oder 1.Herren bei den Torros zu spielen, was würdest du ihm sagen?

Einstellung zeigen, Disziplin haben und ein gewogenes Maß zwischen Spielzeit und sportlicher Herausforderung finden. Man muss ehrlich sagen: basketballerisch waren wir nicht hochgradig talentiert. Uns musste man zwar nicht sagen wie man schnell nach vorne läuft, die basketballerischen Bewegungen waren da aber schon eine andere Hausnummer.
Aber mit der richtigen Einstellung, viel Disziplin im Training und viel Spielzeit bei herausfordernden Gegnern kann man viel bewirken.

Ich erinnere mich an eine Übung in der u14, wo wir das erste Mal einen Spin Move geübt haben und ich dachte „Louis ist der beste Basketballer der Welt“, weil er die Bewegung so gut konnte. Inzwischen würde ich behaupten, dass ich den Spin besser kann als Louis ;-D.
Und es hat mir immer viel gebracht, meinen Coaches zuzuhören... viele halten es für einen Mythos, aber sie haben tatsächlich das größte Wissen und die meiste Erfahrung im Spiel. Und wenn der Jugendspieler sein Ziel verwirklichen will, wird er einen Weg finden.

Submit to DeliciousSubmit to DiggSubmit to FacebookSubmit to Google BookmarksSubmit to StumbleuponSubmit to TechnoratiSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn

rossdorf-torros.de

Hol dir die TorroApp!

app qr

apple app store

android app store

windows app store

Go to top

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.